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Zwei Pioniere des Bibliothekswesens

23 Apr

20249

Letzten Oktober wurde Ranga Yogeshwar in der Kölner Zentralbibliothek mit der Karl-Preusker-Medaille geehrt. Die Auszeichnung erinnert an den Beamten aus Sachsen, der in Großenhain 1828 die erste öffentliche Bibliothek Deutschlands begründete.  Auf dieses Ereignis bezieht sich seit 1995 auch der „Tag der Bibliotheken“.
Die vielschichtige Persönlichkeit dieses Bibliothekspioniers beleuchtet das Buch:  „Karl Benjamin Preusker. Archäologe – Reformer – Netzwerker“ (Sax-Verlag 2011), das die Städte Großenhain und Löbau sowie das Landesamt für Archäologie Sachsen gemeinsam herausgegeben haben. 17 Wissenschaftler befassen sich darin mit dem Leben und Wirken Preuskers.
Der Beitrag von Felicitas Marwinski behandelt die 185jährige Geschichte der Großenhainer Bibliothek. Preuskers Idee von einer „wahren Bürgerbibliothek“ fand großen Zuspruch, weil er „die Bedeutung der berufs- und praxisbegleitenden Fachliteratur erkannte“. Für ihn waren „Bibliotheken untrennbar mit dem Schul- und Bildungswesen verbunden.“ Mit seiner Bibliothekspraxis und -theorie löste Preusker eine Gründungswelle von öffentlichen Bibliotheken in Deutschland aus. Heute ist die Großenhainer Bücherei längst im Internet-Zeitalter ankommen. In ihr verbinden sich Moderne und Museales in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex.

peiser-cover

67 Jahre sollte es dauern, bis die erste Frau in Deutschland hauptberuflich in einer Bibliothek arbeitete. 1895 beginnt Bona Peiser mit ihrer Tätigkeit gleich in zwei Bibliotheken. Zur Hälfte in der „Ersten öffentlichen Lesehalle zu Berlin“, zur anderen in der „Bibliothek des Kaufmännischen und gewerblichen Hilfsvereins für weibliche Angestellte“.
Diplom-Bibliothekarin Frauke Mahrt-Thomsen aus Berlin hat sich akribisch auf die Suche nach den verschütteten Spuren der Pionierin begeben und in Sisyphos-Arbeit ihr Leben rekonstruiert. Ihre Biographie „Bona Peiser. Die erste deutsche Bibliothekarin“ (BibSpider 2013) rückt die „Wegbereiterin der Bücher- und Lesehallen-Bewegung“ sowie „die Frauenarbeit in Bibliotheken“ in ein erhellendes Licht. Insbesondere würdigt sie Bona Peisers Einsatz für hohe Ausbildungsstandards, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Einflussnahme auf Ausrichtung und Ziele der Bibliotheksarbeit. Das Buch, so die Verfasserin, will „einer geschlechtssensibleren Darstellung der Bibliotheksgeschichte endlich zum Durchbruch verhelfen.“ Mittlerweile tragen in Berlin eine Straße und eine Bibliothek den Namen der Pionierin.

gp

Beide Bücher sind im Bestand der Stadtbibliothek unter der Signatur Ark 9 (Peiser bzw. Preusker) zu finden.

Layout / Umschlag oben: Birgit Röhling.

Layout / Umschlag unten: Heidi Sorg & Christof Leistl

Unsere Direktorin Hannelore Vogt im Podcast auf NERDHUB

28 Feb Play

Unser Kölner Lieblingsblogger Droid Boy hat sich vor wenigen Tagen mit unserer Direktorin getroffen. Heraus kamen fast 50 Minuten spannender Weiterlesen 

Vom Spaß, eine Bibliothek zu zerlegen…

5 Feb

In den USA wird gerade darüber diskutiert, welcher Spot beim Super Bowl der beste, bzw. lustigste war. Zur Erinnerung: die Werbepausen des amerikanischen Football-Finales sind die teuersten der Welt. Ein 30-Sekunden-Spot zu senden kostet 3,5 Millionen Dollar.
Ganz vorne liegt dieses Jahr ein Keks, der in einer Bibliothek die Gemüter dermaßen in Rage bringt, dass ein echter riot ausbricht, allerdings ohne Plünderungen. Der Flüster-Streit beginnt mit der Frage, was besser schmeckt am Keks, der Gebäckanteil oder die Creme. Nach dem der Laden zerlegt ist, darf der Konsument entscheiden, ob er zum Team Füllung oder zum Team Knusper gehört.

gp

P.S.: Das Klischee, dass in Bibliotheken nur geflüstert werden darf, bleibt unausrottbar. Noch mehr nach diesem Spot, den 800 Millionen Zuschauer sahen.

Schatz, lass uns lieber zum Juwelier gehen statt in die Bibliothek!

26 Jul

Das passiert nicht so oft, aber es ist vorstellbar. Der Schriftsteller, der in eine öffentliche Bibliothek geht, um nach zu schauen, ob dort sein Buch im Regal steht.

1961 stellte sich die New York Public Library als Drehort für einen Film zur Verfügung („Breakfast at Tiffany’s”), der auch nach 50 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat: Der andauernde Erfolg liegt nicht zuletzt an Audrey Hepburn, die als exzentrisches Party-Girl Holly Golightly ihre berühmteste Rolle fand. Als Vorlage für den Film diente die gleichnamige Novelle von Truman Capote. Bibliothekszenen finden sich allerdings nicht darin.

Für alte Freundinnen des Zettelkataloges gibt es in diesem Auschnitt (s.o.) ein wunderschönes Wiedersehen. Jüngere stünden heute wahrscheinlich wie Holly vor den Schubladen und müssten sich erklären lassen, was es damit auf sich hat. Schön inszeniert auch die Thekenausleihe. Leider muss die Bibliothekarin (gespielt von Elvia Allman) wieder dafür herhalten, nur zum Leisesein zu ermahnen und Leser für Bücherbeschädigungen anzupflaumen.

Kein Wunder, das Holly lieber zum Juwelier (Tiffany) geht.

Entschädigung gibt’s im zweiten Ausschnitt mit einer der berühmtesten Liebesszenen in einer Bibliothek. Hier liegt es an George Peppard, der den Schriftsteller Paul „Fred“ Varjak spielt, vor eindrucksvoller Kulisse, alles wieder gut zu machen.

Komödien-Meister Blake Edwards, der bei diesem Streifen die Regie führte, wäre heute 90 Jahre alt geworden.

P.S.: Und für die echten Audrey-Hepburn-Fans hier noch das Bonbon, weshalb sie diesen Film immer wieder sehen müssen. Und wer Audrey nur sychronisiert kennt, verpasst jedes Mal ihre wunderschöne und samtweiche Stimme:

gp

 

 

 

Judy bibliothekarisch

10 Jun

O.k., die Szene hat für den Film (es geht um eine Band-Gründung) keine große Bedeutung. Es die einzige, die in einer Bibliothek gedreht wurde. Judy Garland (gerade 18) spielt die Bibliotheks-Assistentin Mary Holden.

Aber für alle, die jemals in einer Bibliothek gearbeitet haben, ist sie höchst unterhaltsam. Etwa wenn Mary Bücher einstellt. Passgenau wartet da jede Lücke und der Blick aufs Signaturschild erscheint überflüssig. Aber Mary beschäftigt gerade auch etwas ganz anderes. Freund Jimmy hat sie versetzt. Umgeben von Leserinnen, die in Büchern Antworten auf romantische Fragen suchen, platzt sie fast vor Frust.

Allein diese wenigen Momente verdeutlichen, die große Vielseitigkeit der Schauspielerin und Sängerin, die heute noch hymnisch verehrt wird. Aus der Berufsperspektive fällt wieder auf, wie Judy alias Mary den Lesern Auskunft gibt. Ohne sich zu rühren verweist sie bei Standortnachfragen auf die Sachgruppen.  

Und es dauert auch nicht lange bis sie mit dem Song „Nobody” von Roger Edens Ihren Gefühlen freien (traurigen) Lauf lässt…

Heute wäre Judy Garland 90 Jahre alt geworden.

gp

Bibliothekarinnen im Film – heute: Suzanne Pleshette

15 Mar

Prudence Bell ist eine Bibliothekarin, die ihre puritanische Umgebung herausfordert. Sie arbeitet in einem Mädchen-College in New England. Ihr Vergehen: Sie verschafft den Schülerinnen Zugang zum Buch „Lovers must learn” von Irving Fineman.

Nur für Erwachsene geeignet, befinden ihre Vorgesetzten. Prudence zieht noch während ihres Verhörs die Konsequenz und verkündet ihren Plan, den Spuren dieses Buches zu folgen. Sie reist nach Italien, um zu lernen, was die berühmten italienischen Lover zu bieten haben…

Wir schreiben das Jahr 1962, der Streifen heißt „Rome Adventure” und für Suzanne Pleshette  (im Liz-Taylor-Style) ist es die erste Hauptrolle in einem Kinofilm. Wer den Film kennt oder die Möglichkeit hat ihn zu sehen, kann nun trefflich darüber spekulieren, welche Botschaft an die Bibliothekarinnen dieser Ära hier enthalten ist. Einiges ist auch dem Trailer zu entnehmen. Auf jeden Fall ist der Film (deutscher Titel: „Abenteuer in Rom“) eine clevere Werbung für ein Buch, das gleichzeitig die Story liefert.

Die Premiere fand heute vor 50 Jahren in den USA statt.

gp

Kia Ora: eine Bibliothekarin am anderen Ende der Welt

9 Dez
© Babett Hartmann

Die 18 INELI-Teilnehmer

Vor ein paar Wochen durfte ich nach Neuseeland auf Dienstreise gehen. Wie es dazu kam? Der Aufenthalt war Teil eines Projektes der Gates Foundation mit dem Titel „INELI“ (International Network of Emerging Library Innovators). Ziel ist es, innovative Entwicklungen im Bibliothekswesen voranzutreiben. Über 2 Jahre hinweg haben 18 Nachwuchsbibliothekare aus 16 Ländern die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und einzelne bibliothekarische Themen in Projektgruppen zu bearbeiten. Die Teilnehmer kommen u.a. aus Kenia, China, Australien, Dänemark, Chile und eben auch Deutschland. Und da eine enge Zusammenarbeit schwer fällt, wenn man sich noch nie zuvor gesehen hat, trafen wir uns für 6 Tage in Neuseelands Hauptstadt: Wellington.

© Babett Hartmann

Blick auf Wellington

Wellington liegt am südlichen Zipfel der Nordinsel und wird durch seinen Hafen und das bergige Umland geprägt. Der botanische Garten z.B. erstreckt sich über einen großen Hügel, so dass es bei einem Spaziergang immer relativ steil bergauf bzw. bergab geht. Den Grund für Wellingtons Spitznamen „Windy Wellington“ bekamen wir schon bei der Landung deutlich zu spüren. Und auch in den nächsten Tagen zeigte sich der neuseeländische Frühling sehr wechselhaft – schwankend zwischen kaltem Regem und sommerlichen Temperaturen.

© Amy Gibson

Presenting Cologne Public Library...

Die 3 ersten Tage unseres Aufenthalts nutzen wir, um einander besser kennenzulernen. Alle 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hielten Kurzvorträge und berichteten dabei über sich, über ihr Land und über ihre Bibliothek. Danach diskutierten wir über Themen wie Bibliotheksarchitektur, die Angebote von Bibliotheken und die Aus- und Weiterbildung von Bibliothekaren. Es fanden sich 5 Teams zusammen, die in den nächsten anderthalb Jahren Projekte zu diesen Themen bearbeiten werden. Mein Team (Neuseeland, England, Deutschland) beschäftigt sich unter dem Titel „Reimagine Your Library“ mit der Umgestaltung und Neuerfindung von Bibliotheksräumen.

© Babett Hartmann

Powhiri zur Eröffnung der LIANZA-Konferenz

Die letzten 3 Tage verbrachten wir auf der LIANZA-Konferenz, der jährlichen Konferenz des neuseeländischen Bibliotheksverbandes. Eingeleitet wurde die Tagung ganz traditionell mit einem Powhiri der Maori. Mit diesem Ritual werden Gäste eines anderen Stammes willkommen geheißen, nachdem sie ihre friedlichen Absichten bekundet haben. In unserem Fall hieß das, dass ein Maori-Krieger auf eine zuvor auserwählte Gruppe von Vortragenden und Organisatoren zuging und ein Farnblatt auf den Boden legte. Ein Mitglied der Gruppe hob das Blatt als Zeichen des Friedens auf und die Gruppe wurde in den Konferenzsaal geführt. Zur Begrüßung wurden nicht Hände geschüttelt, sondern Nasen aneinandergepresst (der sogenannte Hongi). Eine Gruppe von Maori tanzte und sang und führte anschließend den Haka vor, einen beeindruckenden kraftvollen Kriegstanz. Die neuseeländische Rugby-Mannschaft “All Blacks” präsentiert ihn vor jedem Spiel, um ihre Gegner einzuschüchtern. Hier eine Kostprobe.

© Amy Gibson

Stadtbibliothek Wellington

Neben den Vorträgen der Konferenz konnten wir auch die Stadtbibliothek von Wellington besichtigen und hatten viel Gelegenheit, uns mit neuseeländischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren zu unterhalten. Am beeindruckendsten waren aber immer wieder die Zusammentreffen mit Maori-Neuseeländern. An einem der Tage trafen wir beim Abendessen auf eine Gruppe von Maori – größtenteils Bibliothekare, die wir bereits von der Konferenz kannten. Sie saßen am Nachbartisch und widmeten uns eines ihrer Lieder. Daraufhin war es an uns zurückzusingen – jeder in seiner eigenen Sprache. Und da ich die einzige Deutsche unserer Gruppe war, musste ich allein aufstehen. Zumindest war es beruhigend zu wissen, dass niemand verstand, was ich da von griechischen Wein sang. Udo Jürgens sei Dank.

In diesem Sinne: Kia ora – möge es dir gut gehen!

(ba)

“Oh my….just….wow…um….yea!”

4 Nov

 

Die Männer der Magazine

 Der Kracher sind die Kommentare! Die meisten bekommt Zack aus New York. So bittet Melissa: “Wanna read together?” Und Tania fordert: “I’d love to be oriented by a librarian like Zack! Wow!!”. Tiffani spitzt es zu: “He definitely brings the sexy to the library.”

Zack sieht nicht nur top aus, er führt auch ein Leben jenseits der Bibliothek. Er kann Rugby spielen und Lasso werfen. Er fährt Fahrrad, engagiert sich sozial und kennt die romantischsten Plätze in NY. Zack ziert das Januar-Blatt des 2012 Kalenders „The men of the stacks”. Wobei „stack” auf Deutsch mit „Magazin” wohl am treffendsten übersetzt ist. Was der Übersetzung eine zusätzliche Note verleiht. Im Bibliotheksmagazin, so die gängige Auffassung, werden die seltenen, wertvollen Bestandsexemplare vor eigenmächtigem Zugriff geschützt aufbewahrt. Berücksichtigt man(n) nun, dass das amerikanische Bibliothekspersonal zu 80 % weiß und 72 % weiblich ist (bei uns sind beide Anteile höher), erfasst frau sofort die Absicht dieses Wandschmucks, der monatlich einen Mann zum Model macht, das in einer Bibliothek arbeitet.

 Dazu einer der Macher: “We can’t just leave it to others to tell the people who we are; that’s why the stereotypes about librarians continue to flourish. We have to be the ones to go out there and tell people who we are. It’s not enough to complain about inaccurate images of librarians; we must be able to present alternative, positive images in movies, books and, yes, blogs.”

Dem ist nicht hinzu zu fügen (Deb: “Mmmmrowr“)! Hier endlich was fürs Auge!

P.S.: Der Erlös des Kalenderverkauf kommt dem “It gets better project” zugute. Viele Promis unterstützen dieses weltweite Egagement gegen Mobbing von schwulen und lesbischen Jugendlichen.

 PPS: Die headline ist der Kommentar von Sherry.

gp

Kleines Herbsträtsel für bibliothekarisch Bewanderte

11 Okt

Hier wieder ein bisschen Gehirntraining für alle, die Bibliotheken mögen. Die Zitate stammen aus Veröffentlichungen der letzten Wochen.

„Den Bayerischen Filmpreis erhielt sie [?] 1992 für ihre Rolle einer in Alaska arbeitenden Ost-Berliner Bibliothekarin in dem Percy-Adlon-Film “Salmonberries”, Gewinner des World Film Festivals in Montreal.” (Quelle)

“Borges, der 1986 in Genf verstarb, war von Berufs wegen Bibliothekar. Als solchen hat ihn Umberto Eco im „Namen der Rose” verewigt. Ecos blinder Bibliothekar heißt [?]“ (Quelle)

“Er war Marineoffizier, Buchhalter, Gärtner, Schaufensterdekorateur, Maler, Bibliothekar, Fremdenführer – 35 Berufe zählten Biografen von [?] in seinem 51-jährigen Leben.” (Quelle)

 [?]gilt als letzter Universalgelehrter, d.h. als Gelehrter, der auf allen (oder fast allen) Fachgebieten arbeitete. [Er] war Mathematiker, Naturwissenschaftler, Philosoph, Theologe, Historiker, Bibliothekar, Diplomat und Ingenieur.” (Quelle)

“Seinen Namen erhielt der Filmpreis übrigens von der Bibliothekarin und späteren Direktorin der den Preis verleihenden Akademie, Margaret Herrick. Sie meinte, die Statue sehe ihrem Onkel [?] ähnlich.” (Quelle)

 ”Tatsächlich ist der Bürgermeister [?] redegewandt und humorvoll wie kaum ein anderer Politiker. Bei seinen öffentlichen Reden baut er jedes Mal wenigstens einen Witz ein. Allerdings schießt er damit oft übers Ziel hinaus, was für einen Politiker ein ernsthaftes Hemmnis sein kann. Eines seiner Lieblingsthemen sind Frauenwitze. ‘Wenn Frauen wegen ihres Intellekts bewundert werden wollten, würden sie in die Bibliothek gehen anstatt ins Kaufhaus Bloomingdales’, scherzte er einmal. (Quelle)

gp

Das Comeback des Fledermausmädchens/ der Bibliothekarin

11 Sep

„She’s bat in action” titelte die New York Post punktgenau und kündigte das Comic-Comeback des Jahres an. Batgirl alias Barbara Gordon, die Bibliothekarin der Gotham City Public Library („the popular librarian-turned-crimefighter”), ist nach einer Pause von 20 Jahre wieder da – zumindest in einer Printversion.

Barbara Gordon war nicht das einzige Batgirl, aber mit Sicherheit das bekannteste und einflussreichste. Sie trat 1966 in Erscheinung (die Kenner erinnern sich), ihre Darstellung als Karriere-Frau gekoppelt mit der Rolle als Superheldin bot eine ideale Projektionsfläche für die Frauenbewegung dieser Zeit. Als Junggesellin – in einem höchst respektablen Beruf erfolgreich - ist sie der beste Kontrast zur knallharten action-Figur. Etwas Schadenfreude mag den Autoren Gardner Fox und Carmine Infantino bereitet haben, dass ausgerechnet ihre Bibliothekarin besonders für jüngere Frauen zu einer Ikone wurde, und das zu einer Zeit, in der Bibliotheken Comics vehement als Schundliteratur bekämpften.

P.S: Im Video der nie ausgestrahlte Pilot für die TV-Serie (mit Kult-Status auf you tube). Schauspielern Yvonne Craig inszeniert eine höchst verbreitete Phantasie von Bibliothekarinnen, die es mit bösen Buben in Bibliotheken zu tun haben.

gp

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