Schlagwort-Archiv: literaturtipp

“Also lautet ein Beschluss: Dass der Mensch was lernen muss…”

15 Apr

 Wer kennt sie nicht, die Geschichten von den Böse-Jungen-Streichen von Max und Moritz. Der geistige Vater dieser Geschichten wäre heute 179 Jahre alt geworden.

Der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch galt schon zu Lebzeiten als einer der bekanntesten Deutschen. Die satirischen Bildergeschichten von Max und Moritz, Der Struwwelpeter und Hans Huckebein sind heute Klassiker. Zitate aus seinen Werken, wie: „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt zugleich“ (Max und Moritz) sind zu geflügelten Worten in der deutschen Sprache geworden. Doch auch als Zeichner und Maler machte Wilhelm Busch sich einen Namen, seine Zeichnungen zu den Geschichten gelten heute als eine frühe Form des Comics. (Quelle: Wikipedia)

Wer Lust bekommen hat, sich die Werke Wilhem Buschs einmal genauer anzuschauen oder auszuleihen, findet bei uns eine große Auswahl, auch auf CD und DVD.

afri

Sylvesternachtspaziergang

31 Dez

 

 

Zugegeben! Er ist mein Favorit! Das erste Märchen, das mich mitriss in die Tiefe war seine “Meerjungfrau“.  Und denk ich an Sylvester fällt mir sogleich “Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern” ein. Nicht ganz so bekannt ist  sein Neujahrsgeschichte ”Zwölf mit der Post“. Und wer noch mehr sprühende Phantastik von ihm lesen möchte, dem sei “Spaziergang in der Sylvesternacht” empfohlen. Es ist sein zauberhaftes Jugendwerk, gleichzeitig die erste bedeutende Prosa des 24jährigen Studenten. Durch die verschneite dänische Hauptstadtsilhouette streift ein einsamer Flaneur Holmens Kanal entlang. Und am Wegesrand erscheinen ihm bereits die Vorboten jener märchenhaften Figuren, die seinen Weltruhm begründen werden. Und höchst amüsant zu lesen ist, was der junge Mann der Welt im Jahre 2128 prophezeit: das Luftschiff, die Macht Rußlands und der Aufstieg Amerikas, aber auch für die Bibliotheken hat er eine Vision. Sein überbordende Phantasie führt in ein Schloß, von dem uns heute immer noch über 100 Jahre trennen. Vor ihm öffnet sich eine Galerie:

“Das Getäfel unter den Fenstern enthielt Bücherregale, und neben jedem Regal hing an einer kleinen silbernen Kette ein lebender Katalog, das heißt ein alter Star oder Papagei, der den Bibliothekar spielte und die Namen aller Bücher herunterschnarren konnte. Ach wie wenige waren dort von der Sorte, die uns jetzt überschwemmen! Selbst die Arbeiten unserer besseren Dichter waren zu ausgewählten Werken zusammenschmolzen…”  (S. 44)

Mehr sei nicht verraten und es ist der Phantasie jedes einzelnen überlassen, wie er sich die Bibliothek von 2128 vorstellt.

gp

Das Buch “Spaziergang in der Sylvesternacht 1828/29″ von Hans Christian Andersen steht im Bestand der Zentralbibliothek, und freundliche Bibliothekarinnen auf der 2. Etage helfen es zu finden.

Mehr Literatur zur Jahreswende findet sich hier.

Bild: Christian Albrecht Jensen 1836 gefunden bei Wikimedia Commons.

Ich lese gerade…

21 Dez
Copyright: Nikolaus Heidelbach

Klaus Bittner

William Faulkner, Licht im August

Was ist das, das einen veranlasst, ein Buch noch einmal zu lesen? Nach 25 Jahren. Man erinnert sich noch genau  an die Begeisterung, an all die körperlichen Reaktionen wie Hitze, Schwitzen, Atemlosigkeit und Fassungslosigkeit, wenn das Buch zu Ende ist und man erschöpft, aber auch erleichtert zurück bleibt. Und dass das gar nicht so häufig passiert in einem Leseleben. Aber dies gerade der Maßstab ist, den man eigentlich erwartet, immer wiederzufinden; bei jedem neuen Buch, bei jeder neuen Lektüre. Und ständig enttäuscht wird von der ewigen Flut an belanglosen Neuerscheinungen, die uns unterhalten und das ist ja immerhin auch schon etwas. Die uns allen aber als Sensation, als Jahrhundertbuch vom Markt der Verlage und des Feuilletons angepriesen werden. Und dann erscheint die Neuauflage dieses wirklich großen Jahrhundertsromans in einer neuen Übersetzung. Und du erinnerst dich wieder, schleichst drum herum, nimmst es endlich in die Hand und mit nach Hause und du bist für 3 Tage und Nächte verdorben für den Buchalltag. Und alles wiederholt sich. Und du bist wieder in Yoknapatawpha County in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderst, diesem Nest in Mississippi. Hitze, Staub, Dreck setzen die Poren zu, der Lärm des Sägewerks dröhnt in den Ohren. Die schwangere, obdachlose Lena Grove trottet  wie die Jungfrau Maria eine schier endlose  Landstrasse entlang auf der Suche nach dem Vater ihres Babys. Und allmählich werden alle Figuren Faulkners lebendig. Byron Bunch, der in Lena verliebt ist. Pastor Gail Hightower, dessen Frau auf mysteriöse Weise umgekommen ist und deshalb sein Amt niedergelegt hat. Joe Christmas, Arbeiter im Sägewerk, der eines Mordes beschuldigt , fliehen muss. Percy Grimm, der hasserfüllte Rassist. Und wie Faulkner die Handlung vorantreibt, immer wieder unterbrochen durch Rückblenden, ist meisterhaft. Armut, Bigotterie, religiöser Fanatismus, Rassismus des Südens prallen aufeinander in einem fulminanten Höhepunkt. Nur Lena Grove, mit ihrem ungeborenen Kind im Leib, zieht weiter, begleitet von Byron Bunch, nach Tennessee.

William Faulkners ‘Licht im August’ finden Sie in der Zentralbibliothek auf der 2. Etage (Signatur: U Faulkner, William).

Leseideen ohne Ende

5 Okt

…liefert www.medienprofile.de, welches vom Borromäusverein e.V. in Bonn erstellt wird.

Neben den aktuellen Dauerbrennern um Argentinien – dem diesjährigen Schwerpunktland der Buchmesse in Frankfurt – und der gestern gekürten Buchpreisgewinnerin Melinda Nadj Abonji entdeckt man hier z.B.

Bissige Lektüre für Kinder und Jugendliche
Comic-Reihen 1/2010
Advent & Weihnachten vorbereiten und gestalten
Leben und Umgang mit Demenz
China literarisch
hr-Hörbücher des Jahres 2009

etc. etc. etc.!

Stöbern Sie doch mal selbst in den unzähligen virtuellen Regalen auf dieser Seite!

Ausleihen – können Sie die Titel dann bei uns!

Bücherromantik

24 Sep

Klassisch zur Bibliothek aufs Erste hier ein (Bilder-)Buchtipp:

46 Autoren wurden gebeten, die in Quint Buchholz’ poetischen Bildern verborgenen Geschichten zu entspinnen und aufzuschreiben – alle gefragten Autoren haben dies auch getan und somit entstand dieses Buch.

Das alles verbindende Motiv[...]: auf sämtlichen Arbeiten ging es darum, das Buch – oder seine Vorformen: das Papier, die Schreibmaschine, den Füllfederhalter – darzustellen, und zwar in dem Moment, wo es seine Geschichte erhält und wieder hergibt.

Eine Hommage für einen großen Buchkünstler[...], der auf altmodische Weise die alte Geschichte fortspinnt, die nur zwischen zwei Buchdeckeln zu haben ist.

Und ausleihen: können Sie es in Ihrer Bibliothek!
(Pssst: Sie finden es unter “Ud Buchholz”)

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